Freiheit & Potenzialentfaltung, Gerald Hüther, Neurowissenschaftler, Bestsellerautor | 70

Shownotes

Unser Gehirn ist formbar und nicht genetisch festgelegt, daher dürfen wir alle herausfinden, was Leben bedeutet. Wir sind alle Suchende. Als Suchende können wir uns verirren, daher sollten wir uns besser gegenseitig helfen, um aus den Verwicklungen wieder herauszukommen. Das geht, indem man Menschen einladet, ermutigt und inspiriert. Man kommt mit der Fähigkeit und der Möglichkeit zur Welt, sich alles anzueignen, was man braucht – das ist unser Potential. Die entscheidende zweite Entdeckung der Neurowissenschaft ist, dass es uns alleine gar nicht gibt. Wir haben die Fähigkeit unendlich viel zu lernen, aber es müssen andere Menschen da sein, die schon etwas können. Wir lernen alle voneinander, d.h. es gibt uns nur in Gemeinschaften.

Potentialentfaltung alleine geht nicht. Diesen Prozess der Entfaltung kann man durch eine liebevolle und wohlwollende Haltung fördern.

Gerald Hüther bezeichnet sich als Freiheitskämpfer. Er ladet andere Menschen ein, ermutigt und inspiriert sie, sich aus ihren eigenen Verwicklungen zu befreien.

Wir leben in einer Gesellschaft, in der wir uns alle zu Objekten unserer Erwartungen, Ziele, Wünsche, Maßnahmen etc. machen. Das beginnt schon bei den Kindern: Wir wollen ständig etwas aus ihnen machen und nehmen sie nicht so an, wie sie sind. Idealerweise haben Eltern ein wirkliches Interesse daran, dass sich die Kinder in der familiären Gemeinschaft entfalten können.

Es ist ein Irrtum, dass man durch ständige Wiederholungen dauerhaft und tiefgehend lernt. Man merkt sich lediglich etwas. Spannende Lernprozesse, die das Gelernte auch verankern, müssen mit emotionaler Beteiligung ablaufen, es muss unter die Haut gehen und den Lernenden faszinieren. Ein weiterer wichtiger Baustein ist die Beziehung. Wenn der Mensch, von dem man lernt, bedeutsam für den Lernenden ist, dann werden die neuroplastischen Botenstoffe ausgeschüttet, die Dünger fürs Lernen sind. Weltweite wissenschaftliche Studien beweisen deutlich, dass es nicht der Lehrplan oder die Methode sind, die bedeutsame Lernprozesse auslösen, sondern die gelingende Beziehung zwischen Lehrer:in und Schüler:in. Es geht um eine konstruktive Begegnung von Angesicht zu Angesicht. Leistungsbereitschaft ist dem Menschen innewohnend.

Versuchen wir doch uns gegenseitig einzuladen, zu ermutigen und zu inspirieren, liebevoller mit uns selbst umzugehen. Dann lernen wir wieder uns selbst zu mögen und damit käme die Verwandlung dieser Welt.

Fotos Wolfgang Würker und Hannelore Kirchner

Tag der Potentialentfaltung

Akademie für Potentialentfaltung

Gerald Hüther

Website THE CHANGE MAKER

Mail für Anregungen, Feedback und Ideen: podcast@thechangemaker.at

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.